Zum Hauptinhalt springen
Sterbegeldversicherung sinnvoll? Kosten, Leistungen, Alternativen

Sterbegeldversicherung sinnvoll? Kosten, Leistungen, Alternativen

Kurz erklärt:

Ob eine Sterbegeldversicherung sinnvoll ist, hängt stark von der individuellen Lebenssituation ab. Seit der Abschaffung des gesetzlichen Sterbegeldes im Jahr 2004 tragen Hinterbliebene die Bestattungskosten vollständig selbst – je nach Art und Region können diese zwischen 4.100 und 41.650 Euro liegen. Eine durchschnittlich würdige Beerdigung kostet laut Aeternitas rund 6.000 bis 7.000 Euro. Wer keine Rücklagen gebildet hat, läuft Gefahr, Angehörige finanziell zu belasten oder eine anonyme Sozialbestattung zu riskieren.

Eine Sterbegeldversicherung kann gezielte finanzielle Entlastung schaffen – insbesondere für Menschen zwischen 45 und 65 Jahren, Alleinstehende oder chronisch Kranke, die in Tarifen ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen werden. Sie bietet Schutz vor Pfändung, zählt bei Sozialleistungen als Schonvermögen und zahlt im Todesfall eine festgelegte Summe aus. Dennoch ist Vorsicht geboten: Stiftung Warentest warnt vor Überzahlungsrisiken, da bei normaler Lebenserwartung oft mehr einbezahlt als ausgezahlt wird. Auch Wartezeiten von bis zu 36 Monaten und höhere Beiträge bei fehlender Gesundheitsprüfung müssen berücksichtigt werden.

Für viele kann eine Sterbegeldversicherung eine sinnvolle Lösung sein – aber nicht für alle. Junge Menschen unter 40 sollten vorrangig in ihre Existenzabsicherung investieren, etwa in eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Alternativen wie Treuhandkonten, flexible Sparpläne oder Risikolebensversicherungen können je nach Lebenslage die bessere Wahl sein. Entscheidend ist, die eigene finanzielle Situation, familiäre Verantwortung und gesundheitliche Lage realistisch einzuschätzen, um eine tragfähige Vorsorgestrategie zu wählen.

Welche Leistungen sind in einer Sterbegeldversicherung enthalten?

Die Kernleistung einer einer Sterbegeldversicherung besteht in der garantierten Auszahlung der Versicherungssumme im Todesfall, unabhängig davon, wie viele Beiträge bis dahin eingezahlt wurden. Ein Versicherter, der nach zwei Jahren Beitragszahlung stirbt, löst die volle Versicherungssumme aus – bei 10.000 Euro Versicherungssumme und 40 Euro Monatsbeitrag hat er nur 960 Euro eingezahlt, seine Angehörigen erhalten dennoch 10.000 Euro.

Der Pfändungsschutz bis 5.400 Euro nach § 850b Abs. 1 Nr. 4 ZPO schützt die Versicherung vor Gläubigerzugriff. Selbst bei Privatinsolvenz oder Pfändungen bleibt eine angemessene Bestattungsvorsorge erhalten. Sozialgerichte bestätigten diese Grenze in mehreren Urteilen als angemessene Bestattungsvorsorge. Höhere Versicherungssummen unterliegen teilweise der Pfändung.

Zusatzleistungen bei der Sterbegeldversicherung variieren je nach Anbieter und Tarif. Die Hannoversche zahlt bei Unfalltod grundsätzlich die doppelte Versicherungssumme, begrenzt auf maximal 20.000 Euro. Der Allianz BestattungsSchutzbrief umfasst ab 6,74 Euro monatlich organisatorische Unterstützung wie Behördengänge, Überführung aus dem Ausland und psychologische Betreuung der Angehörigen.

Die Beitragsbefreiung bei Pflegebedürftigkeit bieten Premium-Tarife als Zusatzoption. Erreicht der Versicherte Pflegegrad 3 oder höher, übernimmt der Versicherer die weitere Beitragszahlung. Der Versicherungsschutz bleibt vollumfänglich erhalten. Diese Option kostet 10 bis 15 Prozent Aufschlag auf den Grundbeitrag.

Die steuerliche Behandlung folgt den Regeln für Risikoversicherungen. Die Auszahlung erfolgt einkommensteuerfrei an den Bezugsberechtigten, da kein Sparanteil vorhanden ist. Erbschaftssteuer fällt nur an, wenn die persönlichen Freibeträge überschritten werden – bei Ehepartnern erst ab 500.000 Euro, bei Kindern ab 400.000 Euro.

Mit diesen grundlegenden Eigenschaften stellt sich die Frage, für welche Personengruppen eine Sterbegeldversicherung tatsächlich eine sinnvolle Investition darstellt.

Für wen lohnt sich eine Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung lohnt sich am meisten für Menschen zwischen 45 und 65 Jahren ohne liquide Rücklagen von mindestens 10.000 Euro. In dieser Altersgruppe besteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Restlebenserwartung und Beitragshöhe – die statistische Lebenserwartung eines 50-Jährigen liegt bei weiteren 32 Jahren, wodurch sich monatliche Beiträge von 18 bis 25 Euro für 5.000 bis 7.500 Euro Versicherungsschutz rechtfertigen lassen.

Alleinstehende ohne nahe Verwandte sichern durch eine Sterbegeldversicherung ihre würdevolle Bestattung. Ohne finanzielle Vorsorge ordnet das Ordnungsamt eine Sozialbestattung an – meist eine anonyme Feuerbestattung ohne Trauerfeier für etwa 1.200 Euro. Die Kommune holt sich diese Kosten später aus dem Nachlass zurück. Eine Sterbegeldversicherung garantiert die gewünschte Bestattungsform.

Chronisch Kranke mit Diabetes, Bluthochdruck oder psychischen Erkrankungen finden in Tarifen ohne Gesundheitsprüfung oft die einzige Möglichkeit zur Bestattungsvorsorge. Während Risikolebensversicherungen sie ablehnen oder extreme Risikozuschläge verlangen, akzeptieren Sterbegeldversicherer sie gegen moderate Aufschläge von 20 bis 30 Prozent. Die Wartezeit von 24 bis 36 Monaten gleicht das erhöhte Risiko aus.

Bezieher von Grundsicherung oder Sozialhilfe nutzen die Schonvermögensregelung. Das Bundessozialgericht urteilte 2008 (Az. B 8/9b SO 9/06 R), dass Sterbegeldversicherungen bis etwa 5.400 Euro nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden. Die exakte Höhe richtet sich nach ortsüblichen Bestattungskosten. München akzeptiert höhere Summen als ländliche Regionen Ostdeutschlands.

Geschiedene mit Unterhaltsverpflichtungen entlasten ihre Kinder doppelt. Die Sterbegeldversicherung verhindert, dass Kinder sowohl Unterhalt zahlen als auch Bestattungskosten tragen müssen. Bei durchschnittlichen Bestattungskosten von 7.500 Euro bedeutet das eine erhebliche finanzielle Entlastung in einer ohnehin belastenden Situation.

Wann ist eine Sterbegeldversicherung nicht sinnvoll?

Personen unter 40 Jahren erreichen mit hoher Wahrscheinlichkeit den Punkt der Überzahlung. Ein 35-Jähriger mit 25 Euro Monatsbeitrag für 10.000 Euro Versicherungsschutz zahlt bis zum 75. Lebensjahr 12.000 Euro ein. Die statistische Lebenserwartung liegt jedoch bei 82 Jahren für Männer und 86 Jahren für Frauen. Nach 33 Jahren hat er die Versicherungssumme überschritten, lebt aber voraussichtlich noch weitere 15 bis 20 Jahre.

Vermögende mit liquiden Mitteln über 20.000 Euro benötigen keine Sterbegeldversicherung. Tagesgeldkonten, Festgelder oder Wertpapierdepots bieten jederzeitige Verfügbarkeit ohne Verluste durch Verwaltungskosten. Ein Depot mit 20.000 Euro in breit gestreuten ETFs erwirtschaftet langfristig 5 bis 7 Prozent Rendite jährlich, während Sterbegeldversicherungen bestenfalls die eingezahlten Beiträge zurückzahlen.

Senioren über 75 Jahren zahlen prohibitive Beiträge. Die Hannoversche berechnet 80-Jährigen für 5.000 Euro Versicherungsschutz monatlich 82 Euro. Nach nur 5 Jahren haben sie 4.920 Euro eingezahlt – fast die gesamte Versicherungssumme. Die Wahrscheinlichkeit einer Überzahlung liegt bei über 80 Prozent. Einmalzahlungen von 4.000 bis 4.500 Euro für 5.000 Euro Versicherungsschutz bedeuten garantierte Verluste.

Beamte und Versorgungsempfänger erhalten Sterbegeld von zwei bis drei Monatsgehältern. Bei einem Ruhegehalt von 3.000 Euro bedeutet das 6.000 bis 9.000 Euro Sterbegeld – ausreichend für eine würdevolle Bestattung. Zusätzliche private Vorsorge schmälert nur das verfügbare Einkommen ohne echten Mehrwert.

Lohnt sich eine Sterbegeldversicherung finanziell?

Bei durchschnittlicher Lebenserwartung zahlen Versicherte ab 50 Jahren mehr in die Sterbegeldversicherung ein, als ihre Angehörigen erhalten. Die Stiftung Warentest errechnete für einen 55-jährigen Mann mit 10.000 Euro Versicherungssumme und 45 Euro Monatsbeitrag eine Einzahlungssumme von 13.500 Euro bis zum statistischen Todeszeitpunkt mit 82 Jahren. Der Verlust beträgt 3.500 Euro oder 35 Prozent der Versicherungssumme.

Die Kalkulation der Versicherer basiert auf drei Säulen: Risikokosten decken vorzeitige Todesfälle ab, Verwaltungskosten finanzieren Personal und IT-Systeme, Gewinnmargen sichern die Rendite für Aktionäre. Diese Kostenbestandteile summieren sich auf 30 bis 40 Prozent der Beiträge. Von 100 Euro Monatsbeitrag fließen nur 60 bis 70 Euro in die eigentliche Risikoabsicherung.

Die garantierte Verzinsung liegt seit 2022 bei 0,25 Prozent jährlich – ein Bruchteil der Inflationsrate von 2 bis 3 Prozent. Überschussbeteiligungen gleichen dieses Defizit nicht aus. Die Allianz zahlte 2023 eine Gesamtverzinsung von 2,3 Prozent, die Hannoversche nur 1,9 Prozent. Nach Abzug der Inflation ergibt sich eine negative Realverzinsung.

Modellrechnungen der Versicherer verschleiern die tatsächlichen Kosten durch optimistische Annahmen. Sie kalkulieren mit Überschussbeteiligungen von 3 bis 4 Prozent, die in der Niedrigzinsphase unrealistisch sind. Kunden sollten ausschließlich garantierte Leistungen als Entscheidungsgrundlage nutzen. Die tatsächlichen Kosten liegen dann 20 bis 30 Prozent über den beworbenen Beispielen.

Nur bei deutlich unterdurchschnittlicher Lebenserwartung rechnet sich eine Sterbegeldversicherung finanziell. Menschen mit schweren Vorerkrankungen, riskantem Lebensstil oder gefährlichen Berufen können profitieren. Ein 55-jähriger Bauarbeiter mit Diabetes und Bluthochdruck hat eine um 8 bis 10 Jahre reduzierte Lebenserwartung. Er könnte tatsächlich mehr erhalten, als er einzahlt.

Die finanzielle Bewertung einer Sterbegeldversicherung hängt maßgeblich vom Eintrittsalter, der gewünschten Versicherungssumme und dem gewählten Tarif ab. Je älter die versicherte Person ist, desto höher fallen die monatlichen Beiträge aus, besonders bei Tarifen ohne Gesundheitsprüfung und mit längeren Wartezeiten.

Letztendlich geht es bei der Sterbegeldversicherung abe auch darum, einer schlimmen Eventualität vorzubeugen, was sich durch ein Aufwiegen von Ein- und Auszahlungswahrscheinlichkeit für Betroffene nicht immer aufwiegen lässt.

Wie berechnen sich die Kosten einer Sterbegeldversicherung?

Das Eintrittsalter bestimmt 60 bis 70 Prozent der Beitragshöhe durch die verkürzte Ansparzeit und das höhere Sterberisiko. Versicherer nutzen die Sterbetafeln 2022/2024 des Statistischen Bundesamtes zur Kalkulation – ein 60-Jähriger hat eine dreimal höhere Sterbewahrscheinlichkeit als ein 40-Jähriger, was sich direkt in den Beiträgen niederschlägt.

Die Versicherungssumme wirkt linear auf die Prämie: Für 10.000 Euro zahlen Kunden exakt das Doppelte wie für 5.000 Euro. Die meisten Versicherer bieten Summen in 1.000-Euro-Schritten zwischen 3.000 und 20.000 Euro an. November und die Hannoversche ermöglichen sogar Summen bis 25.000 Euro, allerdings nur mit Gesundheitsprüfung. Die Hannoversche hat keine Gesundheitsprüfung. Die November hat nur bis max. 12.500€

Gesundheitsfragen senken die Beiträge um 20 bis 35 Prozent. Ein gesunder 55-Jähriger zahlt bei der Allianz für 10.000 Euro mit Gesundheitsprüfung 38 Euro monatlich, ohne Gesundheitsfragen 52 Euro. Die Fragen beschränken sich meist auf schwere Erkrankungen der letzten fünf Jahre wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Bagatellerkrankungen spielen keine Rolle. Bei der Allianz gibt es keinen Tarif mit Gesundheitsfragen. Ein 55 -Jähriger bezahlt bei lebenslanger Zahlung 39,09€ und bei Zahlung bis 85 Jahre 41,11€.

Die Zahlungsdauer beeinflusst die Monatsprämie erheblich. Bei Beitragszahlung bis 65 Jahre verdoppelt sich die Rate gegenüber lebenslanger Zahlung, die Gesamtbelastung sinkt aber um 30 bis 40 Prozent. Ein 50-Jähriger zahlt für 10.000 Euro bei lebenslanger Zahlung 32 Euro monatlich (Gesamtsumme bei Lebenserwartung 82 Jahre: 12.288 Euro) oder 58 Euro bis 65 Jahre (Gesamtsumme: 10.440 Euro).

Zusatzleistungen verteuern die Grundprämie moderat. Die doppelte Todesfallsumme bei Unfalltod kostet 8 bis 12 Prozent Aufschlag. Weltweiter Versicherungsschutz mit Rückführungskosten erhöht die Prämie um 5 bis 8 Prozent. Die Beitragsbefreiung bei Pflegebedürftigkeit schlägt mit 10 bis 15 Prozent zu Buche. Die Kenntnis der realen Bestattungskosten und fehlenden staatlichen Leistungen führt zur Suche nach privaten Alternativen zur Sterbegeldversicherung.

Welche Alternativen gibt es zur Bestattungsversicherung?

Die Bestattungsversicherung ist nicht für jeden die beste Lösung, insbesondere wenn Sie finanziell abgesichert oder noch jung sind. Je nach Ihrer Lebenssituation können alternative Vorsorgemodelle flexibler, günstiger oder langfristig rentabler sein.

Ist ein Sparkonto eine bessere Alternative zur Sterbegeldversicherung?

Ein Sparkonto kann auf den ersten Blick wie eine flexible und kosteneffiziente Alternative zur Sterbegeldversicherung wirken. Wer regelmäßig spart, etwa 40 bis 50 Euro monatlich, kann über die Jahre ein solides Kapital aufbauen – ohne Verwaltungskosten oder Bindung an einen Versicherer. Doch der größte Nachteil liegt im fehlenden Sofortschutz: In den ersten Jahren reicht das angesparte Guthaben meist nicht aus, um die durchschnittlichen Bestattungskosten zu decken. Im Todesfall müssen Angehörige dann oft einspringen, während eine Sterbegeldversicherung nach der Wartezeit die volle Summe garantiert.

Hinzu kommen praktische und wirtschaftliche Risiken. Inflation schmälert die reale Kaufkraft langfristig, und Bankguthaben sind nach dem Tod oft erst mit Erbschein verfügbar – ein Prozess, der Wochen dauern kann. Viele unterschätzen zudem die Disziplin, regelmäßig zu sparen: Studien zeigen, dass nur rund 30 Prozent der Sparer ihre Pläne länger als fünf Jahre durchhalten. Auch wenn ein Sparkonto Flexibilität bietet, ist es als alleinige Vorsorge für Bestattungskosten nicht in jeder Lebenssituation zuverlässig.

Wie funktioniert ein Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto?

Ein Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto sichert sowohl die organisatorischen Details als auch die Finanzierung einer gewünschten Bestattung verbindlich ab. In Zusammenarbeit mit einem Bestattungsunternehmen werden Art der Bestattung, Sarg- oder Urnenmodell, Blumenschmuck und Trauerfeier festgelegt. Die kalkulierten Kosten zuzüglich einer Inflationsreserve von 10 bis 20 Prozent werden auf ein mündelsicheres Treuhandkonto eingezahlt – meist über Anbieter wie die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG. Das Geld ist vor Insolvenz geschützt, darf nur zweckgebunden verwendet werden und gilt bei Sozialleistungen als Schonvermögen.

Trotz hoher Sicherheit gibt es Einschränkungen. Die Verzinsung liegt meist unter der Inflationsrate (0,5–1,5 Prozent jährlich), was den realen Wert langfristig senkt. Zudem sind Vertragsänderungen mit Aufwand und Kosten verbunden, was die Flexibilität einschränkt. Reichen die hinterlegten Mittel bei stark steigenden Bestattungskosten nicht aus, müssen Angehörige die Differenz übernehmen. Dennoch ist das Treuhandmodell eine verlässliche Lösung für Menschen, die ihre Bestattung frühzeitig, rechtssicher und entlastend für Angehörige regeln möchten.

Welche Versicherungen können Bestattungskosten alternativ abdecken?

Die Risikolebensversicherung eignet sich für Familien mit Kindern oder Immobilienkrediten zur umfassenden Hinterbliebenenabsicherung. Versicherungssummen zwischen 150.000 und 400.000 Euro – dem Drei- bis Siebenfachen des Jahreseinkommens – sichern den Lebensstandard der Familie. Ein 35-jähriger Nichtraucher zahlt für 250.000 Euro Absicherung über 20 Jahre nur 18 bis 25 Euro monatlich. Der Haken: Mit 55 oder 65 Jahren endet der Vertrag, genau wenn das Sterberisiko steigt.

Unfallversicherungen mit Todesfallleistung zahlen das Ein- bis Dreifache der vereinbarten Invaliditätssumme bei Unfalltod. Bei 100.000 Euro Grundsumme erhalten Hinterbliebene 100.000 bis 300.000 Euro. Nur 5 Prozent aller Todesfälle resultieren aus Unfällen – die restlichen 95 Prozent bleiben unversichert. Als alleinige Bestattungsvorsorge taugt die Unfallversicherung nicht, als Ergänzung durchaus. In einer Unfallversicherung wird eine Todesfallsumme festgelegt. Meistens zwischen 10.000€ und 20.000€. Diese wird dann bei Unfalltod an die Angehörigen ausbezahlt. (Nicht die 1-3 fache Grundsumme, das wäre extrem!).

Kapitallebensversicherungen kombinieren Sparen mit Todesfallschutz, rechnen sich aber bei Neuabschluss nicht mehr. Der Garantiezins von 0,25 Prozent liegt weit unter der Inflation. Die Effektivkosten betragen 2 bis 4 Prozent jährlich – von 100 Euro Monatsbeitrag fließen nur 60 bis 70 Euro in Sparen und Risikoabsicherung. Altverträge mit 4 Prozent Garantiezins sollten Kunden unbedingt behalten.

Betriebliche Sterbekassen existieren noch bei Großunternehmen wie Bayer, BASF oder Volkswagen sowie im öffentlichen Dienst. Die Sterbekasse der Bayer AG zahlt das Dreifache des letzten Monatsgehalts, mindestens aber 7.500 Euro. Die Beiträge liegen bei 0,2 bis 0,5 Prozent des Bruttogehalts – deutlich günstiger als private Sterbegeldversicherungen. Bei Jobwechsel erlischt der Schutz meist ersatzlos.

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) kann Todesfallleistungen enthalten. Bei Direktversicherungen oder Pensionskassen erhalten Hinterbliebene das angesparte Kapital plus Überschüsse. Durchschnittlich 15.000 bis 30.000 Euro kommen zur Auszahlung – mehr als genug für eine würdevolle Bestattung. Die Todesfallleistung kostet keinen Aufpreis, sie ergibt sich aus dem Vertragsguthaben.

Nach der Klärung von Leistungsumfang, Alternativen und rechtlichem Schutz stellt sich die zentrale Frage, für wen eine Sterbegeldversicherung tatsächlich sinnvoll ist. Nicht jeder benötigt sie – doch bestimmte Lebenssituationen machen den Abschluss besonders empfehlenswert.

Für welche Personengruppen ist eine Sterbegeldversicherung besonders wichtig?

Ob eine Bestattungsversicherung sinnvoll ist, hängt stark von Ihrer persönlichen Situation ab. Besonders relevant ist sie für Menschen ohne finanzielle Rücklagen, Alleinstehende, chronisch Kranke und Sozialhilfeempfänger. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, welche Personengruppen besonders von dieser Versicherungsart profitieren können.

Warum profitieren Alleinstehende besonders von einer Sterbegeldversicherung?

Alleinstehende ohne enge Angehörige sind besonders gefährdet, im Todesfall eine anonyme Sozialbestattung zu erhalten – oft ohne Trauerfeier, Grabstein oder persönliche Würde. Wenn keine nahestehenden Personen vorhanden sind oder Verwandte die Bestattungskosten nicht übernehmen können, greift das Ordnungsamt ein. Die Kommune wählt dann die günstigste Lösung: meist eine einfache Einäscherung mit Urnenbeisetzung im anonymen Gemeinschaftsgrab. Später holt sich das Amt die Kosten über den Nachlass zurück, etwa durch Auflösung von Sparkonten oder Verwertung von Vermögenswerten.

Eine Sterbegeldversicherung von 5.000 bis 7.500 Euro ermöglicht es Alleinstehenden, selbstbestimmt vorzusorgen und eine würdevolle Bestattung sicherzustellen. Durch die Benennung eines Bestatters als Bezugsberechtigten wird das Geld direkt für die vereinbarten Leistungen verwendet. Besonders für Singles zwischen 45 und 65 Jahren ist frühe Vorsorge ratsam – oft fehlen familiäre Kontakte, und mit steigendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, allein zu sein. Die Versicherung schützt nicht nur vor einer anonymen Beisetzung, sondern bewahrt auch die persönliche Würde über den Tod hinaus.

Wie sichern sich Menschen mit Vorerkrankungen ab?

Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Herzproblemen, psychischen Leiden oder einer Krebsvorgeschichte haben oft nur über Sterbegeldversicherungen ohne Gesundheitsprüfung Zugang zur Bestattungsvorsorge. Während Risikolebensversicherungen solche Antragsteller meist ablehnen oder extrem hohe Prämien verlangen, bieten Sterbegeldversicherer bezahlbare Policen mit 25–35 % Aufschlag. Die Wartezeit beträgt in der Regel 24 bis 36 Monate, mit gestaffelten Leistungen: 0 % im ersten Halbjahr, 30 % bis Monat 12, 50 % bis Monat 24. Dieses Modell schützt die Versichertengemeinschaft vor kurzfristigen Risiken bei schweren Erkrankungen. Bei der LV1871 ist es noch besser. Ab dem 7. Monat gibt es bereits 6/12tel der Versicherungssumme. Im 8ten Monat 7/12tel usw…am 12ten Monatsende gibt es dann die volle Versicherungssumme.

Spezielle Krankheitsbilder erfordern gezielte Tarifwahl. So profitieren Dialysepatienten von Tarifen mit kurzer Wartezeit und Einmalzahlung, während Krebspatienten in Remission besser Tarife mit 12 Monaten Wartezeit und garantierter Annahme wählen. Die Beitragskalkulation erfolgt solidarisch: Ein 55-jähriger Diabetiker zahlt etwa 32 Euro monatlich für 7.500 Euro Versicherungsschutz – genauso viel wie ein gesunder Gleichaltriger. Diese Solidaritätsstruktur macht die Vorsorge für chronisch Kranke möglich und bietet auch Gesunden langfristige Absicherung bei späteren Gesundheitsproblemen.

Welche Vorteile haben Sozialhilfeempfänger?

Sozialhilfeempfänger – etwa aus der Grundsicherung, Hilfe zur Pflege oder Bürgergeld – können Sterbegeldversicherungen als geschütztes Schonvermögen nutzen. Laut Bundessozialgericht (Az. B 8/9b SO 9/06 R) muss eine angemessene Bestattungsvorsorge nicht verwertet werden. Die Grenze liegt bei etwa 5.400 Euro, abhängig von regionalen Bestattungskosten. Besteht die Versicherung vor Eintritt der Hilfebedürftigkeit, wird die Beitragszahlung meist problemlos akzeptiert. Monatsbeiträge bis 40 Euro für 5.000 Euro Versicherungssumme gelten als angemessen.

Nach dem Tod bleibt die Versicherung geschützt: Das Sozialamt darf nicht auf die Auszahlung zugreifen, sie fließt direkt an den Bezugsberechtigten zur Finanzierung der Bestattung. Nur ein Überschuss nach Abzug aller Bestattungskosten zählt zur Erbmasse. Wichtig: Die Versicherung muss auf den Leistungsempfänger lauten, ein Bestattungsunternehmen sollte als Bezugsberechtigter eingetragen werden. Das Sozialamt sollte die Police vorab anerkennen, bei Umzügen oder Beitragserhöhungen ist eine erneute Meldung erforderlich.

Vor allem für junge Menschen stellt sich die Frage, welche Absicherung im Todes- oder Ernstfall wirklich Priorität hat. In dieser Lebensphase ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung oft wichtiger als eine Sterbegeldversicherung, da das Risiko, durch Krankheit oder Unfall arbeitsunfähig zu werden, deutlich höher ist als das Sterberisiko.

Warum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für junge Menschen wichtiger?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für junge Menschen oft wichtiger als eine Sterbegeldversicherung, da sie das wertvollste Kapital absichert: die Arbeitskraft. Jeder vierte Berufstätige wird vor Rentenbeginn berufsunfähig, bei körperlich Arbeitenden sogar jeder Dritte. Die staatliche Erwerbsminderungsrente reicht mit durchschnittlich 850 Euro kaum zum Leben, während psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depression bereits bei Jüngeren die häufigste Ursache sind. Wer früh abschließt, profitiert von günstigen Beiträgen (z. B. 35 Euro für einen 20-jährigen Student) und sichert sich den Gesundheitsstatus dauerhaft. Dank Nachversicherungsgarantie lässt sich die BU-Rente bei Gehaltssteigerung oder Familiengründung ohne neue Gesundheitsprüfung flexibel erhöhen.

Wie viel sollten junge Menschen monatlich für Versicherungen ausgeben?

Junge Menschen sollten ihre finanzielle Vorsorge nach der 50-30-20-Regel strukturieren, wobei 20 % des Nettoeinkommens für Absicherung und Vermögensaufbau vorgesehen sind. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) steht dabei an erster Stelle – schon für 40–60 Euro monatlich lässt sich die eigene Existenz sichern. Weitere sinnvolle Versicherungen sind die private Haftpflicht (5–8 Euro) und – je nach Lebenssituation – Hausrat- oder Risikolebensversicherung. Eine Sterbegeldversicherung ist in dieser Lebensphase nicht prioritär, da das BU-Risiko weitaus höher ist. Wichtig ist eine flexible Gestaltung: Während Sparpläne pausiert werden können, sollte die BU-Police bei finanziellen Engpässen durch Stundung oder Beitragsfreistellung erhalten bleiben, da ein späterer Neuabschluss oft teurer oder ausgeschlossen ist.

Welche Versicherungskombination macht für Berufseinsteiger Sinn?

Für Berufseinsteiger ist eine clevere Versicherungskombination entscheidend, um sich gegen existenzielle Risiken abzusichern. Die Grundausstattung umfasst Berufsunfähigkeitsversicherung, private Haftpflicht und Krankenversicherung – zusammen für etwa 60 bis 120 Euro monatlich. Besonders die BU-Versicherung sollte mindestens 1.000 Euro Monatsrente absichern und 60 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens abdecken. Die Haftpflicht ist mit 60 bis 100 Euro jährlich günstig und schützt bei Schäden bis 15 Millionen Euro – inklusive Schlüsselverlust oder Gefälligkeitsschäden.

Ab Familiengründung ergänzt eine Risikolebensversicherung den Schutz, idealerweise über das Zehnfache des Jahreseinkommens. Für 30-Jährige mit 40.000 Euro Einkommen kostet eine 400.000-Euro-Police nur 25 bis 35 Euro monatlich. Mit steigendem Alter (ab ca. 35 bis 40 Jahren) wird Bestattungsvorsorge relevant. Anstelle einer Sterbegeldversicherung kann ein ETF-Sparplan mit 50 Euro monatlich langfristig über 20.000 Euro aufbauen. Das Kapital bleibt flexibel und inflationsgeschützt.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Sterbegeldversicherung?

Der optimale Zeitpunkt für eine Sterbegeldversicherung liegt zwischen 45 und 55 Jahren, wenn finanzielle Stabilität erreicht ist und die Beiträge noch bezahlbar sind. Ein 45-Jähriger zahlt für 7.500 Euro Versicherungsschutz etwa 20 Euro im Monat. Sonderkonditionen wie verkürzte Wartezeiten oder Wegfall der Gesundheitsprüfung gelten oft nur bis zum 50. Lebensjahr – danach steigen die Beiträge stark. Wer zu früh abschließt, zahlt unnötig lange; wer zu spät einsteigt, trägt das Risiko der Überzahlung.

Junge Menschen unter 35 sollten die Priorität auf Berufsunfähigkeitsversicherung und Vermögensaufbau legen. Die jährliche Sterbewahrscheinlichkeit liegt bei unter 0,2 Prozent, während jeder vierte Arbeitnehmer berufsunfähig wird. 100 Euro monatlich in BU und ETF-Sparen bieten realen Mehrwert und lassen Spielraum für spätere Vorsorgeentscheidungen. Mit 45 kann bei Bedarf immer noch eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen werden. Bis dahin sind Flexibilität, Sicherheit und eine solide Finanzplanung das, was wirklich zählt.

Je früher Sie abschließen, desto niedriger sind die Beiträge und desto einfacher ist die Aufnahme ohne Gesundheitsprobleme. Wir kennen die studentenfreundlichen Tarife mit Zusatzversicherungsgarantien, die mit Ihrem Einkommen wachsen. Selbst wenn Sie Vorerkrankungen haben, finden wir durch anonyme Risikovoranfragen bei über 40 Versicherern Lösungen.

Vereinbaren Sie jetzt Ihre kostenlose Beratung und stellen Sie die Weichen für eine sorgenfreie Zukunft. Ob Berufsunfähigkeitsversicherung, Haftpflichtversicherung oder später Bestattungsvorsorge – wir begleiten Sie mit unabhängiger Expertise und echtem Mehrwert durch alle Lebensphasen. Kontaktieren Sie uns über das Formular und starten Sie Ihre professionelle Altersvorsorge!

Was sollte ich bei Abschluss einer Bestattungsversicherung noch beachten?

Bei Abschluss einer Bestattungsversicherung sind nicht nur die Prämie und die Versicherungssumme wichtig. Wenn Sie die wichtigsten Kriterien kennen, können Sie überhöhte Prämien vermeiden und eine Police wählen, die zu Ihrer persönlichen Situation passt. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Punkte, auf die Sie unbedingt achten sollten.

Welche Wartezeiten gelten bei der Sterbegeldversicherung?

Bei Tarifen ohne Gesundheitsprüfung gelten Wartezeiten von 12 bis 36 Monaten, in denen nur gestaffelte Leistungen gezahlt werden. Bei Unfalltod greift der volle Versicherungsschutz sofort – viele Anbieter zahlen in diesem Fall sogar die doppelte Versicherungssumme. Bei Wartezeiten von 6 Monaten wird gestaffelt, bei Wartezeiten von 12 bis 36 Monaten gibt es die volle Versicherungssumme nach der gewählten Wartezeit.

Was bedeutet „Unfalltod“ im Versicherungskontext?

Als Unfall gilt ein plötzliches, von außen einwirkendes Ereignis wie ein Verkehrsunfall oder Sturz. Herzinfarkt oder Schlaganfall gelten nicht als Unfall, selbst wenn sie Auslöser eines Unfalls sind.

Gibt es Tarife mit kürzerer Wartezeit?

Ja, Premium-Tarife mit Gesundheitsprüfung bieten sofortigen Schutz. Manche Versicherer reduzieren die Wartezeit gegen Aufpreis auf 6 bis 12 Monate – sinnvoll für Menschen mit erhöhtem Absicherungsbedarf.

Ist die Sterbegeldversicherung zweckgebunden für die Beerdigung?

Nein, das Geld ist frei verfügbar. Versicherte können jedoch das Bestattungsunternehmen als Bezugsberechtigten einsetzen, um eine zweckgebundene Auszahlung zu gewährleisten.

Wie kann ich sicherstellen, dass das Geld für die Bestattung verwendet wird?

Durch Benennung des Bestatters als Begünstigten wird die Auszahlung direkt zur Finanzierung verwendet. Alternativ hilft eine schriftliche Bestattungsverfügung, die Wünsche klar festzuhalten.

Ist die Sterbegeldversicherung vor Pfändung geschützt?

Ja, bis zu 5.400 Euro gilt sie als unpfändbar und als Schonvermögen gemäß § 850b ZPO – auch bei Privatinsolvenz oder Sozialhilfe.

Greift der Schutz auch im Pflegefall oder bei Sozialleistungen?

Sterbegeldversicherungen gelten bis zur regional üblichen Bestattungskostenhöhe als geschütztes Vermögen. Höhere Policen können vom Sozialamt angerechnet oder gekündigt werden.

Was passiert mit der Versicherung nach dem Tod des Versicherten?

Nach dem Tod zählt die Auszahlung zur Erbmasse und ist grundsätzlich pfändbar. Das Geld sollte zügig für die Bestattung verwendet werden, um Gläubigerzugriff zu vermeiden. Bis 5400€ ist es unpfändbar, das ist der Sinn des Schonvermögens.

Author Name

Geschrieben von:

Christian Wimmer

Termin buchen

Christian Wimmer ist BKV-Experte und Berater, der sich auf die Versicherungsbedürfnisse von Handwerkern spezialisiert hat. Bevor er seine Karriere als Versicherungsmakler in Berchtesgaden absolvierte, war er selbst im Handwerk tätig. Mit dieser Erfahrung, die er aus 12 Jahren praktischer Tätigkeit im Handwerk – insbesondere in den Bereichen Zimmerer, Maurer und Dachdecker – gewonnen hat, versteht er die spezifischen Herausforderungen und Risiken dieser Berufsgruppen genau.

Über das finanzteam26

Christian Wimmer auf LinkedIn