23. April 2020

Was tut eigentlich so ein Versicherungsmakler

Ist doch ganz einfach, so ein Versicherungsmakler verkauft einfach Versicherungen - und dabei schaut er, dass er natürlich die Versicherungen nimmt, wo er am meisten verdient. Und da ja jeder viele Versicherungen braucht, wird dem Versicherungsmakler die Bude eingerannt.

Ja ja, dem Versicherungsmakler wird die Bude eingerannt und die Versicherungen werden ihm aus der Hand gerissen.

Schön wäre es.

Wenn ein Versicherungsmakler nicht schon lange arbeitet und sich einen großen Kundenkreis erschlossen hat – durch gute Beratung und Zufriedenheit der Kunden – muss er sich permanent darum kümmern, dass er Kunden findet, die eine Versicherung brauchen, und das selbst auch so sehen.

Jetzt ist natürlich das Thema Versicherungen nicht gerade sexy – und wer hat schon Lust darauf? Man will sich auch nicht über so Dinge, wie nicht mehr arbeiten können, weil man krank  oder sogar Pflegefall ist Gedanken machen, denn Spaß macht das keinem.

Also klopfen nicht hunderte von Kunden jeden Tag an die Türe eines Versicherungsmaklers. Also heißt es erst einmal Kundenaquise, durch z.B Empfehlungen, Werbung, Social Media usw.

Das kann ein hartes Brot sein – zumindest zum Beginn

Aber wenn man den Kunden bei sich im Büro sitzen hat oder bei einer Onlineberatung vor dem Computer, dann geht’s ja erst richtig los:

  • Die Wünsche müssen erfragt werden
  • Der Bedarf ermittelt werden
  • Die Risiken geprüft werden
  • Eventuell schon bestehende Versicherungen auf Herz und Nieren geprüft werden
  • Klärung was fehlt oder eventuell auch doppelt versichert oder unnötig ist
  • Auswahl des richtigen Tarifes für den Kunden – dazu muss der Versicherungsmakler die alle erst mal kennen, das heißt immer up-to-date sein.
  • Versicherungsbedingungen müssen überprüft werden auf Schwachstellen
  • Eventuell Risikovoranfragen oder Ausschreibungen bei den Versicherungen gemacht werden
  • Das alles muss dem Kunden so erklärt werden, dass er es versteht
  • Vor – und Nachteile müssen transparent gemacht werden
  • Zwischendurch mal wieder eine Schulung, denn Fortbildung muss sein
  • Die Angebote müssen erstellt werden
  • Eine Beratungsdokumentation muss erstellt werden

Bis hierhin ist noch nichts verdient – 0 € !

Bevor das alles gemacht wird, muss der Versicherungsmakler natürlich erst mal

  • viel lernen
  • Prüfungen machen
  • ständig sich fortbilden
  • Versicherungsbedingungen prüfen
  • Fachliteratur lesen
  • Abstimmungsgespräche mit seinen Mitarbeitern führen
  • das Kundenverwaltungsprogramm pflegen
  • Marketingmaßnahmen auf die Beine stellen
  • Buchführung betreiben
  • prüfen ob alle Versicherung policiert sind
  • prüfen ob alle Versicherungen bezahlt wurden
  • prüfen ob die Provision stimmt

Wenn alles glatt geht und passt, kommt der Antrag auf den Tisch

  • Eventuell gibt es Nacharbeiten
  • Die Versicherungsscheine müssen geprüft werden
  • Die Kundendaten ins Verwaltungsprogramm übernommen werden
  • Eventuell Termine für Nachprüfungen eingetragen werden

Jetzt ist nur eine Haftpflichtversicherung entstanden, nach der ganzen Arbeit: Verdienst ca 11 €. Könnt ihr euch vorstellen, dass das kaufmännisch keinen Sinn macht?

Das ist auch der Grund, warum wir grundsätzlich nur Kunden annehmen, die die Komplettversicherungen über uns machen, mit 2 Ausnahmen: Bei Berufsunfähigkeit sind wir einfach die Spezialisten, das können wir von Grund auf. Da wissen wir sofort, wo wir hingreifen müssen. Daher machen wir das auch allein – vor allem braucht ein junger Mensch da meist keine anderen Versicherungen – aber wenn er zufrieden mit uns ist, kommt er auch später wieder zu uns.

Und Zahnversicherungen machen wir auch allein – da wir hier noch von früher her mit einigen Zahnärzten zusammenarbeiten.

Jetzt habt ihr mal so ein bisschen gelesen, was so ein Versicherungsmakler so tut – die Liste ist nicht vollständig!

Provision

rsz geld

Und ja, manchmal hat ein Versicherungsmakler auch das Glück, dass ein Kunde kommt, sofort ein großes Geschäft mit ihm macht und es tatsächlich mal 1000 € oder 2000 € Provision gibt. Das muss auch sein, denn sonst könnte der Versicherungsmakler nicht überleben - und in kürzester Zeit muss er sich einen anderen Job suchen.

Und ja, wenn es 2 gleich gute Möglichkeiten für den Kunden gibt, und bei der einen mehr Provision bezahlt wird, dann würde ich das als win-win Situation beschreiben, und klar, hier nimmt man die Möglichkeit, bei der man mehr verdient.

Wenn das allerdings zum Nachteil des Kunden ist, glaube ich nicht, dass dieser Makler lange existieren wird, als Versicherungsmakler. Negative Dinge werden viel häufiger weitererzählt und heute im Zeitalter des WorldWideNet zieht so etwas schnell Kreise. Schön wäre es, wenn auch zufriedene Kunden öfters mal darüber reden würden - aber über Geld spricht man ja in Deutschland nicht.


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