
Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Depression: Chancen, Risiken, Alternativen bei Ablehnung
Depressionen verursachen ein Drittel aller Berufsunfähigkeitsfälle, erschweren aber gleichzeitig den Versicherungsschutz. Chronische Depressionen führen meist zur Ablehnung, während leichte oder reaktive Depressionen nach erfolgreicher Behandlung mit Ausschlüssen oder Risikozuschlägen versicherbar sind. Für Leistungen muss die Depression die Arbeitsfähigkeit mindestens sechs Monate lang um über 50% einschränken.
Bei der Antragstellung ist absolute Ehrlichkeit notwendig. Eine anonyme Risikobewertung vor dem formellen Antrag verhindert negative Einträge bei Ablehnung. Vertragsoptionen umfassen Risikozuschläge, Ausschlüsse psychischer Erkrankungen oder Rückstellungen der Entscheidung.
Alternativen bei Ablehnung sind Grundfähigkeitsversicherungen, BU-Versicherungen mit "Psyche-Klausel" oder Tarife “ohne Gesundheitsfragen”. Für junge Menschen mit psychischen Vorerkrankungen ist frühe Absicherung besonders wichtig, da längere symptomfreie Zeiten bessere Konditionen ermöglichen. Spezialisierte Beratung erhöht die Erfolgsaussichten deutlich.
- Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Depression: Chancen, Risiken, Alternativen bei Ablehnung
- Was bedeutet Depression im Zusammenhang mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung?
- Kann ich trotz Depression eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?
- Welche Faktoren beeinflussen die Versicherbarkeit bei Depressionen?
- Wie stelle ich einen Antrag auf Berufsunfähigkeit trotz Depression richtig?
- Was sind die Standardklauseln für Depressionen?
- Wann zahlt meine Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund von Depressionen?
- Der Grad der Berufsunfähigkeit muss mindestens 50 % betragen
- Die Dauer der Beeinträchtigung muss mindestens sechs Monate betragen
- Der Nachweis muss durch objektive medizinische Unterlagen erbracht werden
- Die Symptome müssen in direktem Zusammenhang mit der Arbeitsunfähigkeit stehen
- Alle angemessenen Behandlungsmöglichkeiten müssen ausgeschöpft worden sein
- Anerkannte Diagnosen müssen klinischen Standards entsprechen
- Welche alternativen Versicherungsoptionen gibt es, wenn ein Antrag auf Berufsunfähigkeit aufgrund Depressionen abgelehnt wird?
- Wie wirkt sich die Art der psychischen Erkrankung auf die Versicherungsoptionen aus?
- Wie findet man trotz einer psychischen Vorerkrankung den richtigen Weg zur Absicherung?
Was bedeutet Depression im Zusammenhang mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung?
Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die durch anhaltende Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Schlafstörungen und in schweren Fällen durch Selbstmordgedanken gekennzeichnet ist.
Im Rahmen der Versicherungsmedizin wird eine Depression mit dem ICD-10-Code F33 klassifiziert und nach Schweregrad (leicht, mittelschwer, schwer) und Verlauf (einmalig, wiederkehrend, chronisch) unterschieden.
Diese medizinische Klassifikation bildet die Grundlage für die Risikobewertung des Versicherers und ist entscheidend für die Annahme, Ablehnung oder Einschränkung einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
Depressionen sind für Versicherungsunternehmen von großer Bedeutung, da sie statistisch gesehen die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit sind.
Psychische Erkrankungen machen etwa 30–34 Prozent aller Invaliditätsfälle aus, wobei Depressionen den größten Anteil ausmachen, wie in dieser Tabelle dargestellt.
| Berufsunfähigkeitsursachen | Anteil 2016 | Anteil 2018 | Entwicklungstendenz |
| Psychische Erkrankungen | 31,00% | 31,52% | steigend |
| Erkrankungen des Bewegungsapparats | ca. 20% | ca. 21% | stabil |
| Krebserkrankungen | ca. 15% | ca. 15% | stabil |
| Unfälle | 10,00% | 9,00% | leicht sinkend |
| Herz-Kreislauf-Erkrankungen | ca. 8% | ca. 8% | stabil |
Unsere Kunden, bei denen das Thema Depression eine Rolle spielt, haben uns gezeigt, wie wichtig es ist, im Versicherungskontext gut darauf eingehen zu können, insbesondere bei der Antragsstellung und Risikoprüfung rund um die Absicherung der Arbeitsfähigkeit.
Statistiken von Morgen & Morgen zeigen, dass „Nervenleiden" im Jahr 2016 31 Prozent der Berufsunfähigkeitsansprüche ausmachten und 2018 leicht auf 31,52 Prozent anstiegen.
In ähnlicher Weise berichtete die Alte Leipziger, dass psychische Erkrankungen von 2010 bis 2022 die Hauptursache für Berufsunfähigkeitsansprüche waren und durchweg über 30 Prozent der Fälle ausmachten.
Die Verbreitung von Depressionen ist offensichtlich: 2021 haben 20 Prozent der Arbeitnehmer angegeben, eine Diagnose “Depression” erhalten zu haben, und die Krankenkasse Barmer verzeichnete einen Anstieg der Krankheitstage wegen Depressionen von 12,7 Millionen im Jahr 2019 auf 14,1 Millionen im Jahr 2021.
Der Barmer-Gesundheitsreport zeigte auch einen Anstieg der Depressionsdiagnosen um 76 Prozent zwischen 2005 und 2016, wobei 19 Prozent der Angestellten im Jahr 2021 berichteten, mindestens eine depressive Episode erlebt zu haben.
Diese hohe Prävalenz hat dazu geführt, dass die Versicherer Depressionen bei Risikoprüfungen im Vorfeld genauer unter die Lupe nehmen.
Ein wichtiger Unterschied bei der Risikobewertung besteht dabei zwischen reaktiven und endogenen Depressionen:
Reaktive Depressionen, die durch identifizierbare Ereignisse wie Trauerfälle oder arbeitsbedingten Stress ausgelöst werden, sind in der Regel besser behandelbar. Im Gegensatz dazu gilt eine endogene Depression, die ohne äußere Ursache entsteht und mit biochemischen Ungleichgewichten verbunden ist, aus Versicherungssicht als schwieriger zu handhaben und risikoreicher.
Die langfristigen Auswirkungen von Depressionen – wie Konzentrationsschwäche, Entscheidungsschwäche, geringere Belastbarkeit und sozialer Rückzug – können deine Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigen und führen häufig zu einer anerkannten Berufsunfähigkeit.
Besonders besorgniserregend ist die zunehmende Häufigkeit von Depressionen bei uns jungen Menschen.
Die WHO schätzt, dass von den 4,1 Millionen Menschen, die in Deutschland von Depressionen betroffen sind, 1,9 Millionen junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren sind. Studien zeigen, dass jeder sechste Student an einer psychischen Erkrankung leidet, was sowohl die Bedeutung als auch die wachsende Herausforderung einer frühzeitigen Berufsunfähigkeitsversicherung unterstreicht.
Die Langzeitprognose von Depressionen ist ebenso krass. Die WHO warnt davor, dass Depressionen bald die häufigste Ursache für vorzeitige Todesfälle in Industrieländern sein könnten, und betont die persönliche und gesellschaftliche Dringlichkeit eines frühzeitigen Schutzes. Psychische Erkrankungen dominieren inzwischen die Invaliditätsstatistiken und machen etwa ein Drittel aller Fälle aus, während Unfälle zu weniger als 9 Prozent beitragen.
Dieser starke Kontrast zwischen tatsächlichen und wahrgenommenen Risiken führt oft dazu, dass Menschen Versicherungen für seltene Ereignisse wie Unfälle bevorzugen, während das viel wahrscheinlichere Risiko einer psychischen Beeinträchtigung unterschätzt wird.
Diese Entwicklung erklärt, warum die Versicherer psychische Gesundheit bei Risikobewertungen so genau prüfen. Wer eine Depression durchlebt hat (vielleicht du oder ein Familienmitglied?), trägt statistisch ein höheres Berufsunfähigkeitsrisiko. Eine passende BU-Absicherung gewinnt dadurch an Wichtigkeit.
Kann ich trotz Depression eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?
Grundsätzlich ist es möglich, trotz Depression eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, allerdings unter bestimmten Voraussetzungen und oft mit Einschränkungen. Die Erfolgsaussichten hängen von deiner individuellen Krankheitsgeschichte, dem zeitlichen Abstand zur letzten Behandlung und der Schwere der Depression ab. Versicherungsunternehmen bieten dir bei Depressionen mehrere Optionen an: Normale Annahme (selten), Abschluss mit Risikozuschlag (selten), Leistungsausschluss für psychische Erkrankungen (häufiger) oder Ablehnung des Antrags (häufig).
Die Versicherungsunternehmen müssen zwischen diesen verschiedenen Formen und Schweregraden von Depressionen unterscheiden, da jede unterschiedliche Auswirkungen auf die Versicherbarkeit hat.
Leichte Depression
Eine leichte Depression ist in der Praxis auch teilweise mit einem Ausschluss mit Nachschau-Option versicherbar, sofern die Behandlung vor mindestens einem Jahr abgeschlossen wurde und derzeit keine Medikamente eingenommen werden. Das bedeutet, bei einer Behandlungs- und Beschwerdefreiheit von 1-2 Jahren, kann die Psyche nachträglich wieder in den Vertrag eingeschlossen werden. Diese Form der Depression ist in der Regel mit vorübergehenden Symptomen verbunden, die gut auf eine ambulante Therapie und, falls erforderlich, auf eine kurze medikamentöse Behandlung ansprechen. Der Ausschluss sorgt dafür, dass versicherte Menschen die rückfällig werden, oder doch schwerere Leiden haben als vorerst angegeben, keine Leistung wegen Berufsunfähigkeit erhalten. War die psychische Erkrankung / Behandlung oder Diagnose jedoch nur kurzfristig und ohne Folgen, so wie angegeben, ist die Psyche auch für die Zukunft abgesichert.
Reaktive Depression
Reaktive Depressionen – ausgelöst durch erkennbare Lebensereignisse wie Trauerfall, Scheidung oder Arbeitsplatzverlust – werden von den Risikoprüfern positiver bewertet. Diese Art von Depression verschwindet oft, nachdem das belastende Ereignis verarbeitet wurde. Wenn die Behandlung kurz war (maximal sechs Monate), nur wenige Therapiesitzungen umfasste und keine Langzeitmedikation erforderlich war, kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung sogar zu normalen Bedingungen abgeschlossen werden. Das hängt aber stark von der Versicherung, der Risikoprüfung und den eigenen Angaben bei den Gesundheitsfragen ab. Eine anonyme Risikovoranfrage solltest du deshalb trotzdem auf jeden Fall vorher stellen lassen, da die Versicherer hier unterschiedlich streng reagieren. Entscheidend ist auch, wie lange die Behandlung her ist.
Liegt die Behandlung in den letzten 6 Monaten zurück, ist eine Ablehnung immer noch sehr wahrscheinlich. Bei 6 Monaten bis 3 Jahren, kommt es stark auf den Versicherer an. Bei 3-5 Jahren ist ein Versicherungsschutz sehr wahrscheinlich. Wenn die Behandlung über 5 Jahre zurückliegt, so ist eine Annahme ohne Einschränkungen oder Klauseln sehr wahrscheinlich.
Chronische Depression
Chronische Depressionen führen in der Regel zur Ablehnung von Anträgen auf Berufsunfähigkeitsversicherungen. In manchen Fällen ist noch eine Ausschlussklausel denkbar. Diese Form ist durch anhaltende Symptome über mehrere Jahre oder regelmäßig wiederkehrende Episoden trotz fortlaufender Behandlung gekennzeichnet. Aufgrund des deutlich erhöhten statistischen Risikos einer künftigen Berufsunfähigkeit und Frühverrentung führen Versicherer eine gründliche Risikoprüfung durch. Sie bewerten den Gesundheitszustand des Antragstellers, die Behandlungshistorie und den allgemeinen Krankheitsverlauf im Detail. Wenn ein Ausschluss der Psyche keine Option ist, sollte die letzte Behandlung mindestens 3-5 Jahre her sein, damit wieder eine Annahme möglich ist.
Mittelschwere bis schwere Depressionen
Bei mittelschweren oder schweren depressiven Episoden ist eine Versicherungsdeckung in der Regel erst nach einer längeren symptomfreien Zeit ohne Therapie oder Medikamente möglich. Diese Wartezeiten variieren je nach Schwere der Erkrankung und können zwischen drei und fünf Jahren, in schweren Fällen bis zu zehn Jahren betragen. Diese Zeiträume spiegeln das erhöhte Rückfallrisiko wider, das abnimmt, je länger die Person ohne medizinische Intervention stabil bleibt.
Versicherer bewerten bei der Risikobewertung nicht die Depression selbst, sondern das individuelle statistische Risiko einer künftigen Arbeitsunfähigkeit. Diese Bewertung basiert auf mehreren Faktoren, wie empirischen Daten zur Häufigkeit der Erkrankung, ihrem Verlauf und der Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls, der je nach Schweregrad und Behandlungserfolg differenziert wird. Diese datenbasierte Risikobewertung erklärt, warum selbst vollständig ausgeheilte Depressionen noch mehrere Jahre lang Auswirkungen haben können.
Welche Faktoren beeinflussen die Versicherbarkeit bei Depressionen?
Die Entscheidung des Versicherers über die Versicherbarkeit bei Depressionen wird von folgenden persönlichen Faktoren beeinflusst, die das persönliche Risikoprofil bestimmen.
Aktueller Gesundheitszustand und Medikation
Antragsteller, die sich in aktiver Behandlung befinden oder psychiatrische Medikamente wie Antidepressiva, Antipsychotika oder Stimmungsstabilisatoren einnehmen, haben in der Regel keinen Anspruch auf Versicherungsschutz. Diese Medikamente signalisieren eine aktive Phase der Erkrankung, was zu einer Ablehnung oder Verschiebung führt. Versicherer bevorzugen Antragsteller, die über einen längeren Zeitraum symptom- und medikamentenfrei sind.
Art und Schweregrad der Depression
Deine Versicherbarkeit hängt weitgehend von der klinischen Klassifizierung der Depression ab. Diagnosen werden in der Regel nach dem ICD-10-System kodiert: F32.0/F33.0 für leichte, F32.1/F33.1 für mittelschwere und F32.2/F33.2 für schwere depressive Episoden. Schwere und chronische Formen, insbesondere solche mit psychotischen Symptomen, gelten als risikoreich und werden kritischer bewertet als leichte Formen.
Zeit seit der Erstdiagnose und Dauer der Behandlung
Je länger die Diagnose zurückliegt und je kürzer die Behandlungsdauer ist, desto besser sind deine Chancen auf Versicherungsschutz. Eine einzelne, kurz andauernde Episode vor Jahren wird als weniger riskant angesehen als mehrere oder langfristige Behandlungen. Die Häufigkeit depressiver Episoden wird von den Versicherern als starker Prädiktor für die Rückfallwahrscheinlichkeit angesehen.
Art und Intensität der Behandlung
Eine stationäre psychiatrische Behandlung oder auch Mutter-Kind-Kuren verschlechtern die Aussichten auf eine Versicherungsfähigkeit erheblich. Längere Aufenthalte in psychiatrischen Krankenhäusern oder Tageskliniken gelten als Zeichen einer schweren Erkrankung. Im Gegensatz dazu werden ambulante Therapien oder kurze Kriseninterventionen tendenziell positiver bewertet. Die Dauer und Häufigkeit einer stationären Behandlung stehen in engem Zusammenhang mit dem wahrgenommenen Schweregrad der Erkrankung.
Art des Behandlers
Eine Behandlungshistorie bei Psychiatern wird von Versicherern oft kritischer gesehen, da sie auf schwerere Erkrankungen hindeutet, die eine medikamentöse Behandlung erfordern. Im Gegensatz dazu wird eine Therapie bei Psychologen oder Psychotherapeuten, die sich in der Regel auf nichtmedikamentöse Ansätze konzentrieren, als weniger bezeichnend für eine akute oder chronische psychische Erkrankung angesehen.
Krankmeldungen und Arbeitsfähigkeit
Versicherer bewerten auch die Vorgeschichte von Antragstellenden in Bezug auf Behandlungen. Häufige oder längere krankheitsbedingte Fehlzeiten aufgrund von Depressionen gelten als Warnzeichen, das auf eine höhere Wahrscheinlichkeit einer künftigen Arbeitsunfähigkeit hindeutet. Fehlzeiten von mehr als sechs Wochen sind besonders kritisch, da sie mit dem Beginn der Krankengeldzahlung durch die gesetzliche Krankenversicherung zusammenfallen und auf eine erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit hindeuten.
Wie man einen Antrag auf Erwerbsunfähigkeit wegen Depressionen stellt, ist oft der entscheidende Faktor zwischen Erfolg und Misserfolg. Ein strategischer Ansatz und eine gute Vorbereitung erhöhen die Chancen auf ein positives Ergebnis erheblich. Gerne helfen wir dir bei der Antragsstellung.
Psychische Beschwerden ohne Behandlung
Versicherer haben grundsätzlich unterschiedliche Gesundheitsfragen. Einige Gesellschaften fragen nach Beschwerden ohne dass eine Behandlung statt fand. Ist also eine Therapie geplant oder findet diese in den nächsten 1-2 Jahren nach Abschluss der Versicherung statt, liegt es nahe, dass bereits vor der Unterschrift für eine BU-Versicherung entsprechende Beschwerden vorlagen. Wurde die Gesundheitsfrage nach Beschwerden aber mit “Nein” beantwortet, kommt es höchstwahrscheinlich zum Streitfall. Stattdessen empfehlen wir bei der Auswahl der Versicherung im Vorfeld auf die Art und Weise, wie die Gesundheitsfragen gestellt wurden, zu achten. Es gibt durchaus auch Versicherer die nur nach konkret vorliegenden Behandlungen, Beratungen und Untersuchungen fragen. Hier müssten Beschwerden ohne Behandlung also nicht angegeben werden, somit ist eine normale Annahme möglich und es hat keine Auswirkungen, sollte zu einem späteren Zeitpunkt eine Therapie oder Behandlung anstehen. Gerne helfen wir bei der Auswahl des passenden Versicherers. Wir vom finanzteam26 prüfen für dich die Gesundheitsfragen der Gesellschaften regelmäßig und können so die passenden Anbieter herausfiltern.

Wie stelle ich einen Antrag auf Berufsunfähigkeit trotz Depression richtig?
Bei der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Depression ist es wichtig, dass du alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß und vollständig beantwortest.
Diese Antworten auf die Antragsfragen bilden die rechtliche Grundlage des Versicherungsvertrags. Das Auslassen oder die falsche Darstellung von psychischen Erkrankungen – wie frühere Depressionsdiagnosen, Therapiesitzungen oder Medikamente – kann zur Kündigung des Vertrags oder zur Verweigerung von Leistungen führen, selbst nach Jahren der Prämienzahlung. Versicherer überprüfen in der Regel die Krankengeschichte der letzten 5 bis 10 Jahre, aber bei Depressionen kann dieser Zeitraum variieren (z. B. fünf Jahre bei Alte Leipziger). Sei präzise und genau bei der Offenlegung aller Behandlungen, einschließlich Besuchen bei Psychologen oder Psychiatern und der Einnahme von Antidepressiva wie SSRIs oder trizyklischen Antidepressiva. Selbst Probesitzungen oder vorübergehende Behandlungen müssen angegeben werden. Verwende präzise Formulierungen, wie z. B. ICD-codierte Diagnosen mit Behandlungsergebnissen, um die Situation klar darzustellen. Ziehe professionellen Rat in Betracht, um sicherzustellen, dass deine Angaben sowohl korrekt als auch strategisch formuliert sind.
Um die Chancen auf eine Aufnahme zu verbessern, solltest du eine anonyme Risikovoranfrage durchführen, bevor ein formeller Antrag gestellt wird. So können die Versicherer die Versicherbarkeit beurteilen, ohne auf persönliche Daten zuzugreifen oder eine Ablehnung in gemeinsamen Branchendatenbanken zu protokollieren. Eine formelle Ablehnung kann zukünftige Versicherungsoptionen einschränken, sodass anonyme Anfragen dazu beitragen, langfristige Konsequenzen zu vermeiden.
Die Versicherer bewerten psychische Erkrankungen unterschiedlich, sodass du durch den Vergleich mehrerer Anbieter anhand anonymer Bewertungen herausfinden kannst, welche flexibler sind.
Um eine effektive Anfrage zu stellen, sollten medizinische Unterlagen im Detail vorbereitet werden, einschließlich Diagnosecodes, Behandlungszeiträume, Therapiearten, Medikamente und etwaige Arbeitsunfähigkeitszeiten.
Die Rückmeldungen zu diesen Anfragen helfen uns bei der Entscheidung, ob ein formeller Antrag gestellt oder alternative Versicherungslösungen in Betracht gezogen werden sollten, ohne dass negative Einträge in den Unterlagen entstehen.
Hier ist es eine gute Idee, einen Versicherungsmakler wie uns, das finanzteam26, hinzuzuziehen, der auf Berufsunfähigkeitsversicherungen spezialisiert ist und Erfahrung mit Vorerkrankungen im Bereich der psychischen Gesundheit hat.
Wir sind mit den unterschiedlichen Versicherungsbedingungen der Versicherer vertraut und können für dich gezielt auf die entsprechenden Anbieter zugehen.
Was sind die Standardklauseln für Depressionen?
Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Menschen mit Depressionen werden verschiedene Klauseln verwendet, um das erhöhte Risiko für die Versicherer auszugleichen. Diese Optionen können sich erheblich auf die Prämien und den Leistungsumfang auswirken, wie in der folgenden Liste dargestellt.
1. Risikozuschlag
Ein Risikozuschlag ist eine mögliche Bedingung, die Versicherer bei Berufsunfähigkeitsversicherungen für Depressionen anwenden können. Damit wird eine höhere monatliche Prämie gezahlt, um das statistisch erhöhte Risiko einer Berufsunfähigkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung auszugleichen. Im Gegenzug erhält man vollen Versicherungsschutz, auch bei Berufsunfähigkeit aufgrund von Depressionen. Der Aufschlag liegt in der Regel zwischen 20 % und 100 % der Grundprämie, je nach Faktoren wie Schweregrad, Aktualität und Behandlungsfortschritt. So wird beispielsweise aus einer Prämie von 100 € mit einem Aufschlag von 50 % eine monatliche Prämie von 150 € – was sich über einen Zeitraum von 40 Jahren auf 24.000 € summiert. Dies ist zwar eine erhebliche finanzielle Verpflichtung, wird aber angesichts der potenziellen Auszahlung von mehreren hunderttausend Euro an Invaliditätsleistungen im Allgemeinen als angemessen angesehen. Einige Versicherer bieten eine Neubewertung nach 2-5 Jahren ohne Symptome an, wodurch der Aufschlag reduziert oder ganz aufgehoben werden kann. Trotz der zusätzlichen Kosten ist diese Option in der Regel die sinnvollste für einen umfassenden Schutz. Diese Option bieten Versicherer bei Depressionen jedoch eher selten an.
2. Ausschluss von psychischen Erkrankungen
Ein Leistungsausschluss für psychische Erkrankungen bedeutet, dass die Versicherung keine Leistungen abdeckt, die auf Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout zurückzuführen sind. Dies führt allerdings nicht zu niedrigeren Prämien, der Kompromiss ist jedoch erheblich – insbesondere wenn man bedenkt, dass ein Drittel aller Invaliditätsansprüche auf psychische Erkrankungen zurückzuführen ist. Gerichte wie das Landgericht München haben Depressionen als gültige Anspruchsgrundlage anerkannt, was die Bedeutung dieser Deckung unterstreicht. Obwohl einige Antragsteller aufgrund von Kosten oder berufsspezifischen Risikoprofilen Ausschlüsse in Betracht ziehen, sollte dies nur nach sorgfältiger Rücksprache mit einem Experten erfolgen. Einige Versicherer bieten eine Überprüfungsklausel oder auch "Nachschau-Option" genannt an, die es ermöglicht, den Ausschluss nach mehreren stabilen Jahren aufzuheben. Dies muss jedoch zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung vereinbart und dokumentiert werden. Insgesamt ist diese Option zwar günstiger, führt aber zu einer erheblichen Deckungslücke ist aber oft die einzige Möglichkeit.
3. Rückstellung
Eine Rückstellung bedeutet, dass der Versicherer eine endgültige Entscheidung über deinen Antrag – in der Regel für 6 bis 24 Monate – aufschiebt, um den Verlauf der Behandlung oder Genesung zu beobachten. Sie wird häufig bei kürzlich aufgetretenen oder anhaltenden Depressionen eingesetzt, um Zeit für die Erstellung einer stabilen Krankenakte zu gewinnen, ohne dass eine formelle Ablehnung in den Versicherungsdatenbanken vermerkt wird. Letzendlich ist die Rückstellung aber gleich einer Ablehnung zu bewerten. Nach der Zeit der Rückstellung sind in der Regel aktualisierte medizinische Unterlagen für eine neue Risikobewertung erforderlich. Hier wird eine erneute Risikovoranfrage gestellt, da die Daten nach spätestens 3 Monaten beim Versicherer gelöscht wurden (insofern eine anonyme Risikovoranfrage gestellt wurde).
Wann zahlt meine Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund von Depressionen?
Damit eine Person als arbeitsunfähig anerkannt wird, muss die Depression so schwerwiegend sein, dass sie ihre Fähigkeit, die zuletzt ausgeübte Arbeit zu verrichten, erheblich und dauerhaft einschränkt. Diese Bedingungen können sich erheblich auf die Prämien und den Leistungsumfang auswirken, wie in der folgenden Liste dargestellt.
Der Grad der Berufsunfähigkeit muss mindestens 50 % betragen
Um Anspruch auf Berufsunfähigkeit aufgrund von Depressionen zu haben, muss die Fähigkeit, die bisherige Tätigkeit auszuüben, um mindestens 50 % gemindert sein. Dies wird anhand der durchschnittlichen Arbeitsfähigkeit im letzten Beruf gemessen. Wenn man beispielsweise nur 20 Stunden oder weniger pro Woche in einem Standardjob mit 40 Stunden arbeiten kann, ist die 50-%-Schwelle erreicht. Alternativ können auch erhebliche Einschränkungen der Arbeitsqualität oder -geschwindigkeit dieses Kriterium erfüllen, je nach berufsspezifischen Anforderungen. Auch Arbeitsergebnis oder Folge Tätigkeiten die nun nicht mehr möglich sind, werden bewertet.
Die Dauer der Beeinträchtigung muss mindestens sechs Monate betragen
Die erwartete Einschränkung muss mindestens sechs Monate andauern. Vorübergehende oder kurzzeitige depressive Episoden, die schnell abklingen, erfüllen nicht die Voraussetzungen für die Anerkennung einer Behinderung. Stattdessen bestimmen die medizinische Prognose und der bisherige Krankheitsverlauf die wahrscheinliche Dauer. Bei Personen mit wiederkehrenden Depressionen kann das Muster der wiederkehrenden Episoden herangezogen werden, um zu beurteilen, ob die Beeinträchtigung ausreichend langfristig sein wird.
Der Nachweis muss durch objektive medizinische Unterlagen erbracht werden
Eine durch Depressionen verursachte Berufsunfähigkeit muss durch detaillierte medizinische Nachweise belegt werden, einschließlich Gutachten, Behandlungsberichten und psychiatrischen Gutachten. Die meisten Versicherungsgesellschaften verlangen Unterlagen von zugelassenen Psychiatern, während Bescheinigungen von Psychotherapeuten weniger Gewicht haben können. Da psychische Erkrankungen schwerer zu quantifizieren sind als körperliche Erkrankungen, sind klare und umfassende Aufzeichnungen unerlässlich, um die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nachzuweisen.
Die Symptome müssen in direktem Zusammenhang mit der Arbeitsunfähigkeit stehen
Die spezifischen depressiven Symptome müssen die Fähigkeit, die wesentlichen Aufgaben des Berufs auszuüben, eindeutig beeinträchtigen. Zu den häufigsten behindernden Symptomen gehören schwere Konzentrationsprobleme, chronische Müdigkeit, geringe Motivation, kognitive Beeinträchtigungen und Schlafstörungen. Diese Beeinträchtigungen müssen im Kontext des spezifischen Berufs bewertet werden – so fallen Konzentrationsprobleme bei Bürojobs stärker ins Gewicht als bei manuellen Tätigkeiten.
Alle angemessenen Behandlungsmöglichkeiten müssen ausgeschöpft worden sein
Um die Kriterien für eine Berufsunfähigkeit zu erfüllen, muss nachgewiesen werden, dass alle geeigneten Behandlungen – wie Medikamente, Psychotherapie und stationäre Behandlung – versucht wurden, ohne dass eine ausreichende Arbeitsfähigkeit wiederhergestellt werden konnte. Eine aktive Teilnahme an der Behandlung wird erwartet. Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe dürfen Versicherer die Zahlungen nicht einstellen, es sei denn, eine tatsächliche Verbesserung des Gesundheitszustands wird nachgewiesen, wobei die Beweislast bei der Versicherungsgesellschaft liegt. In der Praxis unterscheiden wir hier zwischen Versicherern, die in ihren Bedingungen schreiben, dass der Kunde eine Verbesserung seines gesundheitlichen Zustands melden muss und Versicherer die konkret zu bestimmten Zeitpunkten fragen, ob sich der Zustand verbessert hat. Gesellschaften, die in einem Leistungsfall erwarten, dass die versicherte Person eine Besserung mitteilt, können bei verspäteter Meldung oder Kenntnis ausgezahlte Leistungen zurück verlangen. Solche Regelungen sehen wir kritisch und bevorzugen Versicherer, die selbst aktiv nachfragen.
Anerkannte Diagnosen müssen klinischen Standards entsprechen
Zu den gültigen psychischen Diagnosen gehören Depressionen, bipolare Störungen, Psychosen, Schizophrenie, Angststörungen, Zwangsstörungen und PTBS. Beachten, dass Burnout nach den Richtlinien der WHO nicht als eigenständige Krankheit eingestuft wird. Daher muss Burnout für die Anerkennung durch die Versicherung in der Regel von einer formellen Diagnose wie Depression oder Angststörung begleitet sein.
Um einen erfolgreichen Antrag auf Berufsunfähigkeitsleistungen aufgrund von Depressionen zu stellen, ist eine umfassende und gut strukturierte Dokumentation unerlässlich. Die Grundlage des Leistungsantrags sollten detaillierte ärztliche Bescheinigungen sein, vorzugsweise von Psychiatern, da deren Gutachten bei Versicherern am meisten Gewicht haben. Diese Bescheinigungen müssen die spezifische Diagnose mit ICD-Code, die Schwere der Symptome, den Behandlungsverlauf und die Prognose enthalten und direkt darauf hinweisen, wie die Depression berufsspezifische Aufgaben einschränkt. Unterstützende Therapeutenberichte sollten beschreiben, wie sich die Erkrankung auf die tägliche Arbeitsleistung auswirkt, insbesondere in Bezug auf Konzentration, Motivation und Ausdauer. Oftmals wird ein Arbeitszeitplan benötigt, in dem festgehalten wird, welche Aufgaben über mindestens eine volle Arbeitswoche hinweg ausgeführt werden konnten und welche nicht. Dieser sollte präzise erstellt werden. Darüber hinaus belegt eine vollständige Aufzeichnung aller Behandlungen – einschließlich Arztbesuchen, Therapiesitzungen, Krankenhausaufenthalten und Medikamenteneinnahme – dass alle angemessenen Bemühungen zur Genesung unternommen wurden, und widerlegt damit jeden Vorwurf des Versicherers, die Behandlung sei unzureichend gewesen.
Wird der Antrag abgelehnt, ist es wichtig, die Entscheidung nicht ohne Überprüfung zu akzeptieren. Etwa 30% der Anträge auf Berufsunfähigkeitsrente werden zunächst abgelehnt, doch viele werden später nach einer formellen Berufung oder einem Einspruch genehmigt. Es ist ratsam, sich an einen spezialisierten Versicherungsanwalt oder einen Versicherungsberater zu wenden, eine kostenlose Schlichtungsstelle, deren Entscheidungen bis zu 10.000 € bindend sind. Wenn der Versicherer argumentiert, dass die Depression vorübergehend ist, muss sich die medizinische Dokumentation auf die langfristige Prognose und die voraussichtliche Dauer der Erwerbsunfähigkeit konzentrieren. Wenn die Berufsunfähigkeit länger als sechs Monate andauert, können Leistungen sogar rückwirkend ab Beginn der Erkrankung gewährt werden.
Wie ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt aus dem Jahr 2017 (14 U 13/17) zeigt, können rechtliche Schritte wirksam sein. Das Gericht bestätigte, dass Versicherer in Fällen nachgewiesener psychischer Berufsunfähigkeit zahlen müssen. Allerdings sollten Antragsteller diese Option sorgfältig abwägen und dabei die möglichen Rechtskosten berücksichtigen. Es wird empfohlen, spätestens bei Stellung des Leistungsantrages auch eine Rechtschutzversicherung abzuschließen, damit Anwalts - und ggfs. Gerichtskosten übernommen werden, falls es zu einer Ablehnung kommt. Wir empfehlen in solchen Fällen Rechtsschutzversicherungen, die auch kostenlos bei einem Leistungsantrag für die Berufsunfähigkeit helfen.
Welche alternativen Versicherungsoptionen gibt es, wenn ein Antrag auf Berufsunfähigkeit aufgrund Depressionen abgelehnt wird?
Die Ablehnung eines BU-Antrags aufgrund von Depressionen bedeutet nicht das Ende aller Versicherungsoptionen. Diese alternativen Optionen können eine teilweise oder ergänzende Deckung bieten.
1) Grundfähigkeitsversicherung
Die Grundfähigkeitsversicherung bietet Versicherungsschutz, wenn wesentliche geistige oder körperliche Fähigkeiten – wie Sehen, Gehen oder Konzentrationsfähigkeit – verloren gehen. Sie hat bessere Akzeptanzraten für Menschen mit Depressionen, Burnout und stressbedingten Erkrankungen als die traditionelle Berufsunfähigkeitsversicherung. Es gibt sogar Tarife, bei denen generell nicht nach psychischen Erkrankungen gefragt wird. Sie zahlt jedoch nur, wenn bestimmte Fähigkeiten beeinträchtigt sind, d. h. sie deckt viele häufige Formen psychischer Erkrankungen nicht ab, es sei denn, sie beeinträchtigen Kernfunktionen. Dadurch ist sie zwar leichter zu bekommen, aber weniger umfassend in der Deckung. Gute Anbieter bieten jedoch an mit der AU-Option und der Mobilitätsklausel die Psyche zumindest über die Hintertür noch abzusichern. Unserer Meinung nach ist die Grundfähigkeitenversicherung, wenn möglich die beste Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Doch es kommt immer auf den Einzelfall an. Das finanzteam26 berät Sie gerne bei der Auswahl, den Unterschieden und bei der Gesundheitsprüfung, damit Sie keine Fehler machen.
2) Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Psyche-Klausel
Einige Versicherer bieten eine Ausschlussklausel für psychische Erkrankungen (Psyche-Klausel) an, die es Menschen mit Depressionen in der Vergangenheit ermöglicht, eine Versicherung abzuschließen, die psychische Erkrankungen zunächst ausschließt, aber in machen Fällen eine Neubewertung nach 12–36 Monaten zulässt. Wenn die psychische Gesundheit stabil bleibt, kann der Ausschluss aufgehoben werden. Diese Option bietet einen Weg zur vollständigen Deckung im Laufe der Zeit und ist ideal für Menschen mit kurzfristigen oder situationsbedingten psychischen Problemen, wie z. B. Prüfungsstress oder Trauerphasen.
Art, Schwere und Verlauf einer psychischen Erkrankung haben einen erheblichen Einfluss auf die Anspruchsberechtigung und die Bedingungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Um einen angemessenen finanziellen Schutz zu gewährleisten, ist oft eine sorgfältige Planung und die Kombination mehrerer Instrumente erforderlich. Die professionelle Aufbereitung der medizinischen Informationen und eine optimale Formulierung in den Antragsunterlagen können für den Erfolg entscheidend sein.
3) Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung wird in Ihrer Leistung oft unterschätzt, da sie erst ab Erhalt eines Pflegegrades leistet. Tatsächlich ist aber ein Pflegegrad I-II nicht selten bei psychischen Erkrankungen. Bei sorgfältiger Auswahl des Tarifs, ist ein Abschluss auch nicht selten trotz psychischer Erkrankungen möglich. Bei einer guten Pflegetagegeldversicherung mit hoher ambulanter Leistung ab Pflegegrad II, kann eine BU-Versicherung voll oder teilweise ersetzt werden. Ein weiterer Vorteil ist die Steuerfreiheit bei Leistungen aus einer Pflegeversicherung.
4) Krankentagegeldversicherung
Eine Krankentagegeldversicherung ersetzt langfristig keine Berufs- oder Grundfähigkeitenversicherung, kann aber zumindest kurzfristig finanziell entlasten. In der Regel wird ein bestimmter Tagessatz ab dem 43.Tag bei Krankmeldung gezahlt. Gesundheitsfragen sind leider auch bei einer KTG-Versicherung zu beantworten, doch es gibt auch einige wenige Versicherer die verkürzte oder sogar gar keine Gesundheitsfragen bei bis zu 25/30 € pro Tag anbieten, somit würde für eine Dauer von maximal 72 Wochen eine Leistung von 750 € bis 900 € pro Monat gezahlt werden, solange eine AU-Bescheinigung vorliegt. Bei 2 Anbietern können wir aktuell auch trotz bestehender Depressionen eine Versicherung anbieten. Dies muss aber immer individuell vom Berater geprüft werden. Die verkürzten Gesundheitsfragen sind nur bei Angestellten möglich, Schüler, Studenten oder Selbständige müssen wieder vollständige Gesundheitsfragen ausfüllen und bei Depressionen mit Ablehnungen oder Ausschlüssen rechnen.
5) Fondsgebundene Lebensverischerung mit Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit
Eine Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit in einer fondsgebundenen Lebensversicherung ersetzt keine Berufs- oder Grundfähigkeitenversicherung, da hier keine monatliche Rente gezahlt wird, aber sorgt zumindest für einen Ausgleich in der Altersvorsorge. Denn: Wer berufsunfähig ist, kann nicht mehr arbeiten und wer nicht mehr arbeiten kann, zahlt auch nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Die durchschnittliche staatliche Rente in Deutschland liegt derzeit zwischen 1.100-1.200 € netto, wer aber über viele Jahre nichts verdient und nicht in die deutsche Rentenversicherung einzahlt, hat nur einen Bruchteil davon zu erwarten. Deshalb empfehlen wir auch auf jeden Fall frühzeitig mit der Altersvorsorge anzufangen. Bei einer Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit zahlt der Versicherer die geplanten Beiträge für die betroffene Person weiter in die fondsgebundene Lebensversicherung ein. Somit ist zumindest die private Altersvorsorge gerettet. Es gibt auch Anbieter die einen “Airbag” anbieten, dann kann auch eine Steigerung von 1-10 % pro Jahr im Leistungsfall vereinbart werden und damit auch die fehlende gesetzliche Rente im Falle einer Berufsunfähigkeit ausgeglichen werden. Es sind uns aktuell 6 Anbieter bekannt, die so eine Absicherung ohne Gesundheitsfragen anbieten und damit auch trotz Depressionen abgeschlossen werden können.
6) Dread-Disease-Versicherung
Diese Police zahlt eine Pauschalsumme bei der Diagnose bestimmter schwerer Krankheiten wie Krebs, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Psychische Erkrankungen wie Depressionen sind in der Regel ausgeschlossen, sodass sie eine Berufsunfähigkeit aufgrund von Depressionen nicht direkt abdeckt, aber sie kann helfen, wenn körperliche Folgeerkrankungen auftreten. Sie wird am besten als Ergänzung zu anderen Versicherungsarten eingesetzt und kann oft auch bei psychischen Problemen in der Vorgeschichte abgeschlossen werden.
7) Private Erwerbsunfähigkeitsrente
Die staatliche Rente bietet grundlegende Unterstützung bei verminderter Erwerbsfähigkeit, aber die Auszahlungen sind niedrig – im Jahr 2022 durchschnittlich 933 € pro Monat nach Abzügen. Die Bewilligung ist strenger: Es reicht nicht aus, für den gewohnten Beruf arbeitsunfähig zu sein; man muss in keinem allgemeinen Beruf weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können, um Anspruch auf Teil-Leistungen oder sogar maximal 3 Stunden am Tag arbeiten können, um Anspruch auf Voll-Leistungen zu haben. Sie ist zwar kein vollständiger Ersatz, bietet aber zumindest ein Sicherheitsnetz. Ein Anspruch besteht aber nur, wenn mindestens 5 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt wurde. Kinder, Studenten, Berufsanfänger und Selbständige haben in den meisten Fällen also keinen Anspruch. Eine Erwerbsunfähigkeitsrente kann auch privat über Versicherungsgesellschaften abgeschlossen werden. Die Voraussetzungen für den Erhalt der Leistungen sind jedoch ebenfalls von der allgemeinen Arbeitskraft abhängig und der Zugang ist durch Gesundheitsfragen genauso erschwert wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. In der Regel macht eine BU-Versicherung, wenn möglich, immer mehr Sinn und die Annahme bei der privaten Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist ähnlich streng wie bei BU-Versicherungen.
Wie wirkt sich die Art der psychischen Erkrankung auf die Versicherungsoptionen aus?
Die Art der psychischen Erkrankung hat direkten Einfluss darauf, wie Versicherer Risiken bewerten und die Anspruchsberechtigung für eine Berufsunfähigkeitsversicherung festlegen. Depressionen werden aufgrund ihres wiederkehrenden Charakters und des Potenzials für langfristige Beeinträchtigungen oft kritisch gesehen, was die Bewilligung erschwert oder mit Ausschlüssen verbunden ist. Eine frühzeitige Beantragung – insbesondere durch Studierende oder junge Erwachsene – kann jedoch die Chancen auf günstige Bedingungen verbessern, insbesondere wenn die Behandlung schon lange zurückliegt und außerhalb der üblichen Fristen für Gesundheitsfragen liegt. Legasthenie wird im Allgemeinen nachsichtiger bewertet, insbesondere wenn sie die Arbeitsleistung nicht beeinträchtigt oder durch Kompensationsstrategien gut bewältigt wird. Im Gegensatz dazu kann ADHS bei Berufsunfähigkeitsversicherungen versicherbar sein, wenn die Medikation stabil ist und keine signifikanten Komorbiditäten vorliegen, obwohl die Versicherer bei zusätzlichen Diagnosen wie Angstzuständen oder Depressionen anders entscheiden werden. Anpassungsstörungen bieten in der Regel bessere Versicherungsaussichten, wenn sie aufgrund ihres vorübergehenden und reaktiven Charakters eindeutig situationsbedingt, gelöst und gut dokumentiert sind. Bei allen Erkrankungen spielen der Beruf des Versicherten, die Behandlungshistorie und die Zeit seit dem letzten Schub eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der Versicherungsoptionen.
Angesichts der Komplexität der Risikoprüfung bei psychischen Erkrankungen spielen spezialisierte Versicherungsmakler eine entscheidende Rolle bei der Sicherung des Versicherungsschutzes. Sie kennen die internen Risikorichtlinien verschiedener Versicherer, führen Antragsteller durch anonyme Risikoanfragen und helfen bei der genauen Dokumentation von Krankengeschichten. Fachexperten können Versicherer ermitteln, die maßgeschneiderte Lösungen anbieten, wie z. B. Policen mit „Psyche-Klauseln", und haben oft Zugang zu Nischenanbietern, die nicht allgemein bekannt sind. Ihre Unterstützung erstreckt sich über den gesamten Prozess – von der ersten Anfrage bis zur endgültigen Genehmigung und der Betreuung nach Vertragsabschluss. Ohne fachkundige Beratung riskieren Antragsteller mit psychischen Erkrankungen aufgrund der differenzierten, nicht standardisierten Art und Weise, wie Versicherer psychische Erkrankungen bewerten, eine Ablehnung oder ungünstige Bedingungen.
Wie findet man trotz einer psychischen Vorerkrankung den richtigen Weg zur Absicherung?
Eine individuelle Beratung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Absicherung bei psychischen Vorerkrankungen, insbesondere bei Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen. Die optimale Strategie berücksichtigt sowohl die medizinischen Fakten als auch die beruflichen, finanziellen und persönlichen Umstände des Einzelnen und erfordert einen strukturierten, professionellen Ansatz. Die richtige Kombination aus Vorbereitung, Timing und fachkundiger Unterstützung kann auch in komplexen Fällen zum Erfolg führen.
Die Kombination aus anonymer Risiko-Vorab-Anfrage, gezielter Versichererauswahl und optimaler Antragsgestaltung kann auch bei psychischen Erkrankungen zu einem erfolgreichen Versicherungsschutz führen. Durch dieses mehrstufige Vorgehen wird das Risiko von Absagen minimiert und die Chancen auf günstige Konditionen maximiert. Der systematische Ansatz verhindert auch negative Einträge in Versicherungsdatenbanken, die zukünftige Anträge erschweren würden.
Mit frühzeitiger Planung und professioneller Unterstützung kannst du deine finanzielle Zukunft auch bei Depressionen effektiv absichern. Wenn du frühzeitig mit deiner Versicherungsplanung beginnst, eröffnen sich mehr Optionen und du hast mehr Handlungsspielraum. Der Zeitfaktor ist besonders für junge Menschen mit psychischen Vorerkrankungen entscheidend: Je früher du mit deiner Versicherung beginnst, desto besser sind die langfristigen Bedingungen und desto umfassender ist der Schutz.
Bei finanzteam26 sind wir auf die Beratung junger Menschen spezialisiert und begleiten viele Personen mit Vorerkrankungen. Unser Team hat einiges an Erfahrung mit Berufsunfähigkeitsversicherungen bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen, ADHS, Anpassungsstörungen oder anderen psychischen Erkrankungen. Wir sind mit den spezifischen Anforderungen und Bewertungskriterien der verschiedenen Versicherer vertraut und können so gezielt die vielversprechendsten Optionen für deine individuelle Situation finden.
Unsere Beratung bei finanzteam26 umfasst nicht nur die reine Vermittlung von Versicherungsprodukten, sondern ein ganzheitliches Deckungskonzept. Wir unterstützen dich bei der strategischen Planung, der optimalen Aufbereitung von Gesundheitsinformationen für anonyme Risikoanfragen und der professionellen Gestaltung des gesamten Antragsprozesses. Unser Ziel ist es, auch für komplexere gesundheitliche Situationen eine passende Lösung zu finden.
Für Studenten, Auszubildende und Berufseinsteiger bieten wir maßgeschneiderte Lösungen, die sowohl die aktuelle finanzielle Situation als auch den langfristigen Versicherungsbedarf berücksichtigen. Wir kennen die speziellen Studententarife und Einsteigerkonditionen der verschiedenen Versicherer und können diese zu deinem Vorteil nutzen. Dank unserer ungebundenen Marktposition können wir aus der gesamten Palette an Versicherungsprodukten die für dich passende Lösung auswählen.
Kontaktiere uns für ein kostenloses Erstgespräch, um deine individuellen Möglichkeiten zur Versicherung trotz Depression kennenzulernen. In diesem persönlichen Gespräch analysieren wir deine spezifische Situation und entwickeln erste Ansätze für deine Versicherungsstrategie. Nutze unser Kontaktformular unterhalb. Wir freuen uns darauf, dich auf deinem Weg zu einer soliden finanziellen Absicherung zu begleiten.

Geschrieben von:
Kai Schmied
Termin buchenAls jüngster Berater im finanzteam26, bringt Kai Schmied eine erfrischende Perspektive in die Welt der Berufsunfähigkeitsversicherung. Mit seinem BWL-Studium, spezialisiert auf Versicherungen, unterscheidet er sich von seinen naturwissenschaftlich geprägten Kollegen und bereichert das Team seit Juni 2017 mit seiner Leidenschaft und Expertise.
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