03. Mai 2021

BU-Versicherung bekommen, gar nicht so einfach

Wir vermitteln BU-Versicherungen jetzt schon sehr lange – ich selber schon seit 1998. Damals waren Voranfragen eher nicht die Regel und die meisten BU-Anträge wurden ohne Erschwernisse angenommen.

Es gibt viele Berufsunfähigkeitsversicherungen nur noch mit Erschwernissen oder Ausschlüssen

Im Laufe der Jahre ist das anders geworden: Nach einer GDV Meldung kann heute jeder 4. Antrag nur noch mit Erschwernissen angenommen werden. Oft sind die Zahlen hier noch viel höher - auch wir machen die Erfahrungen, dass es schwieriger geworden ist- aber nicht unmöglich, wenn man mit anonymen Voranfragen arbeitet.

1998 war es recht selten, dass eine Berufsunfähigkeitsrente aus psychischen Gründen bezahlt wurde, der Hauptgrund waren damals körperliche Beeinträchtigungen – 2018 gibt die Debeka den Anteil der Berufsunfähigkeitsversicherungsfälle, die aus psychischen Gründen bezahlt werden mit 45,4 % an. Vielleicht liegt das ja bei der Debeka daran, dass sie vor allem Beamte versichert? Aber auch allgemein ist die Anzahl der Fälle, die wegen Psyche berufsunfähig werden extrem gestiegen.

Damals wurde auch nicht nach AD(H)S oder Lese-Rechtschreibschwäche gefragt. Heute will ein BU-Versicherer alles wissen, was in diese Richtung geht- und das sind Ablehnungsgründe für die Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Was ist da passiert?

In den letzten 30 Jahren hat sich unsere Welt verändert:

  • Der Rückhalt in der Familie ist geringer geworden- die Zahl der Single-Haushalte wächst
  • Die Ernährungsgewohnheiten haben sich extrem geändert: Gekocht wird schnell, mit Fertiggerichten oder es wird schnell mal ein Döner geholt.
  • Wir leben vor allem in virtuellen Welten- haben da ganz viele Freunde- aber wenn wir wirklich mal Hilfe brauchen, dann sind die nicht verfügbar
  • Die Welt ist klein geworden- jeder Virus- siehe Corona – erreicht uns in kürzester Zeit
  • Eltern schicken ihre Kinder bei jeder Kleinigkeit zum Arzt oder auch zum Psychologen
  • Schon im Kindergaren wird Eltern geraten, sich psychologischen Rat zu suchen, wenn das Kind kleinere Auffälligkeiten hat
  • Die Erderwärmung führt zu einer größeren Ausbreitung von Schädlingen – Zecken, mehr Heuschnupfen, fremde Pollen, Malaria.

Welche Folgen hat das?

  • Das führt dann zum Beispiel dazu, dass Kinder und Jugendliche schon häufig zu klein sind für ihr Gewicht – das heißt es gibt Zuschläge bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Arzt- und Psychologenbesuche müssen angegeben werden und führen oft zu Ausschlüssen oder Ablehnungen. Teilweise bekommen wir seitenweise Arztbesuche und Diagnosen – allein durch die Häufigkeit kann das dazu führen, dass ein Versicherer hier in Richtung Psyche tippt. Oft sind es aber einfach überforderte oder übervorsichtige Eltern, die ihre Kinder lieber einmal zu oft zum Arzt schicken, dabei aber übersehen, was das für Folgen haben kann.
  • Wie schnell sich auch die Welt ändert, haben wir alle 2020 gesehen, als ein Virus die ganze Welt lahmgelegt hat und das nicht nur für ein paar Wochen. So etwas hat natürlich auch Auswirkungen auf die Versicherer- denn wenn sie öfter leisten müssen, als vorausberechnet, dann muss die Versicherung teurer werden- das bezieht sich auf Absicherungen, wie Krankentagegeld, Berufsunfähigkeitsversicherung, Risikolebensversicherung. Und wer sagt denn, dass Covid 19 das einzige Virus bleiben wird?
  • Eine Auswirkung, die nicht Covid 19 hat, sondern Folgen sind, kann man jetzt schon überall beobachten. Kinder werden psychisch krank, da Ihnen die sozialen Kontakte fehlen, Eltern kommen mit Home-office und Kinderbetreuungen nicht mehr klar. Die Gefahr des Jobverlustes oder des Verlustes des eigenen Unternehmens wird immer größer – damit muss man erst einmal klarkommen. Schnell wird hier die Hilfe eines Psychologen gesucht.

Das sind alles Gründe, warum es immer schwieriger wird, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen, zumindest ohne irgendwelche Ausschlüsse oder Zuschläge.

Was kannst du dagegen tun?

Das sind die Gründe, warum wir empfehlen schon sehr früh dran zu denken, die eigene Arbeitskraft oder die deiner Kinder abzusichern. Entweder ab dem Alter von 3 Jahren, mit einer Grundfähigkeitsversicherung mit BU-Option – da ist es dann egal, ob das Gewicht noch stimmt oder eine Therapie begonnen wurde (nach Abschluß!) oder ab 10 Jahre, wenn bis dahin gesundheitlich noch nichts war, mit einer guten Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler, die später auch ohne weiteres aufgestockt werden kann.

Und selbst da müssen wir feststellen, es wird immer schwieriger! Daher auch unser Apell an Eltern: nicht bei jeder Erkältung, nicht bei jedem Niesen, nicht bei jedem kleinen Zwacken im Rücken, weil die Kinder zu lange am PC saßen, ist der Gang zum Arzt wichtig. Wichtiger wäre auf die Ernährungsgewohnheiten zu achten und auf mehr Bewegung.

Wenn du dich also nicht selbst mit dem Thema herumschlagen möchtest, melde dich einfach bei uns über das Kontaktformular oder noch einfacher: vereinbare einfach einen Termin hier, bei einem unserer Experten für Berufsunfähigkeit.

Judith Schmied

Beitrag von Judith Schmied, Spezialistin für Berufsunfähigkeit

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