12. August 2021

Warum du deine BU-Versicherung noch dieses Jahr abschließen solltest

Zum 01.01.2022 hat das Bundesfinanzministerium eine Senkung des Höchstrechnungszinses auf 0,25 % beschlossen. Dadurch werden die Beiträge für Neuabschlüsse zur Absicherung der Arbeitskraft, wie bspw. die Berufsunfähigkeitsversicherung, zwischen 6 und 10 % steigen. Weiterhin davon betroffen sind u.a. Risikolebensversicherungen, Vorsorgeprodukte im Rahmen der Ruhestandsplanung, z. Bsp. Rentenversicherungen. Was hat es damit auf sich?

Dieser Beitrag erläutert dir stark vereinfacht, was es mit dem Höchstrechnungszins auf sich hat, warum die Senkung notwendig ist und wieso dies mit steigenden Beiträgen bei Neuabschlüssen verbunden ist. Weiterführende Informationen kannst Du dem Quellenverzeichnis oder den Links in diesem Text entnehmen.

Schließt du eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab, muss der Versicherer deine Beiträge (abzüglich der Kosten) beiseite legen, denn tritt der worst-case ein, muss der Versicherer in der Lage sein, die mit dir vereinbarte Rentenzahlung zu leisten, also seiner Verpflichtung nachzukommen. Der Fachbegriff hierfür lautet Deckungsrückstellung.

Kurz gesagt: der Großteil deiner Beiträge und die der anderen Versicherten werden gespart. Da kommt im Monat eine schöne Summe zusammen, die der Versicherer anlegen muss: Tagesgeld, Sparbuch, Staatsanleihen, Aktien, Beteiligungen (z. Bsp. an einem Windpark), Immobilien etc. Diese Geldanlagen werfen einen Zins oder Ertrag ab. Ein Teil dieser Zinsen/Erträge fließt in die Deckungsrückstellung und erhöht diese.

Erhöhen sich die Deckungsrückstellungen, hat der Versicherer mehr im Topf, als er zur Regulierung der Leistungsfälle braucht, d.h. er kann weniger von deinem Beitrag zurücklegen, weil laufend Zinsen in diesen Topf fließen. Also kann auch dein Beitrag ein bißchen geringer sein. Dieses „bißchen" hängt mit dem Höchstrechnungszins zusammen. Es handelt sich um den Zins, den der Versicherer dir maximal auf deinen Sparanteil zusagen darf - bisher 0,9 % - weil der Gesetzgeber davon ausgeht, dass der Versicherer diesen Zins erwirtschaften kann. Der Versicherer garantiert dir das „bißchen“. Es kann sogar weniger als der Höchstrechnungszins sein, entspricht aber meist diesem.

Damit der Versicherer seinen Verpflichtungen nachkommen kann, darf er deinen Sparanteil nur in „sichere“ Anlagen investieren, die einen festen Zins versprechen und deren Wert nicht heftig schwankt, wie es bspw. bei Aktien der Fall ist. Große Summen werden auch auf Tagesgeldkonten angelegt. Man kann ja nicht jeden Tag eine Immobilie verkaufen, um Renten auszuzahlen.

Vermutlich hast du es am eigenen Sparbuch erfahren: Zinsen auf dein Erspartes gibt es seit einiger Zeit (fast) keine mehr. Vielmehr muss man aufpassen, keine Strafzinsen zu zahlen. Auch einem Versicherer geht das so. Wenn zukünftig immer weniger Zinsen in die Deckungsrückstellungen fließen, muss der Versicherer mehr Beiträge zurücklegen, um seinem Leistungsversprechen nachkommen zu können. Also:

Wird der Höchstrechnungszins auf 0,25 % gesenkt, dann darf der Versicherer dir maximal diese 0,25 % Zins auf deinen Sparanteil zusagen. Deshalb müssen die Beiträge steigen, damit genügend Geld im Leistungstopf ist.

Wie hängen Überschüsse damit zusammen? Hat der Versicherer Geldanlagen mit hohen Zinsen, treten weniger Leistungsfälle ein als angenommen oder hat der Versicherer sparsam gewirtschaftet (Personalkosten gesenkt, Büroräume reduziert etc.) und kann er deshalb mehr als 0,25 % erzielen, spricht man von Überschüssen. Diese müssen zum Großteil an dich zurückgegeben werden. So kommt die Differenz von Zahl- und Tarifbeitrag zustande.
 

Quellen, Stand 08.08.2021:

Kirsten Freinsheimer

Beitrag von Kirsten Freinsheimer - unserer Spezialistin für Bedingungsprüfungen

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